Die Geheimsprache der Wohlenseefischer

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Wenn man die Ortsbezeichnungen der Wohlenseefischer mit denjenigen auf der Landkarte vergleicht, kann man kaum glauben, dass es sich um das gleiche Gewässer handelt, kommen hier doch Namen vor, die auf keiner Karte ersichtlich sind. Da wäre zum Beispiel der Flückigersprung, ein hoher Sandsteinfelsen, der vom

Bremgartenwald direkt in den darunter fliessenden Wohlensee abfällt. Woher der Name kommt, ist unbekannt.

Wo ist denn die Bärgmeglungge? Die war einmal unterhalb des Gehöftes Bergmann in Vorderdettigen.
Sie war unter uns Fischern ein Geheimtipp für erfolgreiches Fischen auf Schleien. Heute ist sie leider zugewachsen.

Unterhalb der Kappelenbrücke befindet sich das stark abgeholzte Lehrerwäldli. Etwas weiter unten auf der linken Seite befindet sich die Riedliflüe. Dort wo diese enden und das Aufeld beginnt,
sprechen wir vom Rütlischwuur.
Die lnselrainbuchf heisst bei uns Siegristdünni, weil vor vielen Jahren am Ufer eine Hühnerfarm existierte, die einem Herrn Siegrist gehörte.

Unterhalb der Wohleibrücke befindet sich die Wohleidünni und rechtsufrig bildet der
Mühlebach die Mülibachbucht. Unterhalb von dieser beginnt die Hofewand. Am
gegenüberliegenden Ufer etwas weiter unten befindet sich das Chatzeloch. Schaut man von diesem gegenüber an das Wohlenufer, überblickt man die Kandelaberdünni.

Weiter seeabwärts kommt linksufrig der Weiler Äbischen, dem wir ausnahmsweise seinen Namen liessen. Zwischen Äbischen und Jaggrsbach befindet sich das Rossmätteli mit dem Bödeli.
Am gegenüberliegenden Ufer liegt der Iuft und daran anschliessend, seeabwärts die
Musterflüe. Nach diesen, befinden wir uns schon beim Ardbeed – will heissen die
Obstplantage Burisey.
Auf der andern Seeseite befinden wir uns vor der Teuftalbuchf. Von dort abwärtsfahrend erreichen wir den Näppu beginnend mit der scharfen Linksbiegung des Sees. Vergleicht man diese Biegung auf der Landkarte, ist diese Biegung nicht unähnlich einem Napoleonshut. Nachdem wir unser Hausgewässer wieder traversiert haben, befinden uns kurze Zeit später in der schönen Leubachbucht. Von dort ist es nur noch ein Katzensprung bis zur Staumauer – hier weist der Wohlensee seine grösste Breite auf, den wir Chessu nennen.

Zur Geheimsprache der Gebiete auf dem Wohlensee gehören auch die Fische:
Eine Forelle heisst bei uns Förndli, ein Brachsmen Schysshusdechu, eine Barbe Schnauz, der Karpfen Kärpfu, die Asche Graue, das Rotauge nennen wir Winger und die Rotfeder Röteli.
Der Alet hat gleich zwei Namen, nämlich Moudi oder Gufechüssl.
Bleibt noch der Hecht. Der heisst auch bei uns erstaunlicherweise Hecht, doch geht mal ein unvorsichtiger Jüngling an die Angel, sprechen wir von einem Schärischlyffer, entlassen ihn wieder in seine goldene Freiheit mit der höflichen Bitte an ihn, doch mal seine Grossmutter in die Nähe unseres Köders zu holen.

Die Wohlenseefischer lieben die Fischerei und den Wohlensee….”ihren Wohlensee” für dessen Wohl sie sich seit Jahren engagieren, sei es bezüglich Uferpflege, der Verbesserung der Wasserqualität oder der Fischförderung.

Auszug aus der Jubiläumsschrift ,,50 Jahre Schutzverband Wohlensee”

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Roland Otth

Guter Text! Danke.