Projektübersicht und Ziele

Beim Projekt handelt es sich um eine gezielte Fördermassnahme für die Biodiversität im Wohlensee. Der Fischereiverein Wohlensee versenkt dabei unbehandelte Weihnachtsbäume an strategisch ausgewählten Stellen, um den heimischen Fischen, insbesondere dem Egli, künstliche Laich- und Schutzstrukturen zu bieten.

Träger ist der Fischereiverein Wohlensee. Projektleiter sind Marc Guggisberg, Sven Heierli, Simon Jäggi und Sascha Klöti. Für Fragen und Anregungen, wenden Sie sich direkt an vorstand@fv-wohlensee.ch.

Die Fischfangstatistiken der letzten Jahre zeigen einen rückläufigen Trend bei den Fischbeständen. Das Schaffen von Strukturen dient der Biodiversität im Wohlensee.

Obwohl das Projekt auf Egli fokussiert, profitiert das gesamte Ökosystem:

● Schutzraum: Jungfische finden zwischen den Ästen Schutz vor Fressfeinden
● Nahrungsquelle: Die Bäume werden rasch von Algen und Kleinstlebewesen (Insektenlarven, Flohkrebse) besiedelt, die als Nahrung für Fische und Wasservögel dienen.
● Biodiversität: Totholz erhöht die Artenvielfalt der wirbellosen Wassertiere signifikant.

Die Standorte finden Sie hier: https://s.geo.admin.ch/puhj47o6rskw

Nein. Die Sicherheit der Seennutzer:innen hat oberste Priorität. Folgende Massnahmen wurden ergriffen:

  • Tiefe: Die Baumspitzen liegen mindestens einen Meter unter der Wasseroberfläche.
  • Standorte: Alle Plätze befinden sich ausserhalb der Fahrrinnen für Motorboote
  • Information: Stakeholder wie der Schutzverband Wohlensee und das Fischereiinspektorat wurden vorab schriftlich informiert.

Dieses Risiko wurde durch eine fachgerechte Verankerung minimiert. Jeder Baum wird mit einem schweren Jutesack, der mit Kies gefüllt ist, am Seegrund fixiert. Diese Gewichte sind so berechnet, dass sie die Bäume auch bei starken Strömungsverhältnissen sicher an Ort und Stelle halten.  

Da die Standorte im tieferen Wasser und ausserhalb der Uferzonen liegen, kommen Schwimmer normalerweise nicht mit den Bäumen in Kontakt. Die Verankerung in strömungsberuhigten Zonen verhindert zudem ein unkontrolliertes Aufschwimmen.  

Nein. Der Verein achtet streng darauf, dass nur vollständig unbehandelte Bäume verwendet werden. Zudem werden die Bäume vor dem Versenken gereinigt und gelagert, damit sich natürliche Gerbstoffe (Tannine) verflüchtigen können.

Die Zersetzung von Nadelholz unter Wasser ist ein langsamer, natürlicher Prozess, der je nach Bedingungen 5 bis 10 Jahre dauern kann. Da nur Naturmaterialien (Hanf, Jute, Kies, Holz) verwendet werden, entstehen beim Abbau keine umweltschädlichen Rückstände.  

Bei der Standortwahl wurden Daten von BirdLife konsultiert. Bekannte Schutzgebiete und Brutplätze für Wasservögel (z.B. die Ey-Bucht oder die Leubachbucht) wurden bei der Planung der sieben Standorte berücksichtigt, um Störungen auf ein Minimum zu reduzieren.  

In erster Linie leistet der Fischereiverein über 200 Stunden Fronarbeit.
Der finanzielle Aufwand wird über den Ökofonds der BKW gedeckt.

Die Kosten decken Material (Jute, Hanf, Kies), Logistik für den Transport der Bäume sowie die technische Ausrüstung für die Überwachung (Unterwasserkamera). Die genaue Summe wird im Rahmen des BKW-Ökofonds-Budgets verwaltet, das jährlich für zahlreiche Aufwertungsprojekte in der Region zur Verfügung steht.  

Der aktuelle Zeitplan sieht eine intensive Umsetzung und Kontrolle im Jahr 2026 vor. Basierend auf den Erfahrungen im Thunersee, wo das Projekt über mehrere Jahre lief, ist bei nachweislichem Erfolg eine Fortführung oder Wiederholung in späteren Jahren denkbar.  

Zwischen März und Mai 2026 führen Mitglieder des Vereins Kontrollen durch. Mit einer speziellen Unterwasserkamera und Tauchern wird der Zustand der Bäume geprüft und die Anzahl der abgelegten Laichschläuche dokumentiert.

Die operative Umsetzung (Versenken der Bäume) erfordert fischereiliches Fachwissen und Boote, weshalb sie primär durch Vereinsmitglieder erfolgt. Bürger:innen können jedoch unterstützen, indem sie nach Weihnachten ausschliesslich unbehandelte Naturbäume für die Sammlung bereitstellen und darauf achten, dass sämtlicher Schmuck (insbesondere Lametta) entfernt wurde.